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30.10.18 - 10:18 Von Weiss e-mail @ Autor

Caritas Schulsozialarbeit bietet Musical-AG an Schule an

„Tuishi Pamoja: Wir wollen gemeinsam leben“hochgeladenes Bild

Können Zebras und Giraffen trotz ihrer Unterschiede Freunde sein?
Diese Frage ist von zentraler Bedeutung an einer Schule, wenn sie Schülerinnen und Schüler aus vielen verschiedenen Nationen unterrichtet. Wenn es gilt, Sprachbarrieren abzubauen und – idealer Weise! – das Interesse an anderen Kulturen zu wecken, und Unterschiede als Bereicherung zu empfinden.

Janine Liebsch vom Caritasverband Duisburg bietet als Schulsozialarbeiterin an der Schule Kunterbunt in Hamborn die Musical-AG an, die vor den Sommerferien erfolgreich das 45-minütige Kinder-Musical „Tuishi Pamoja“ aufgeführt hat.
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Der Suaheli-Titel bedeutet so viel wie „wir wollen gemeinsam leben“ und - er ist Programm an dieser Grundschule, die sich für das friedliche Miteinander engagiert und dabei auch gezielt auf effektive und unverzichtbare Soziale Arbeit an Schule setzt. Zurecht, findet Stefan Liebig - er koordiniert die Schulsozialarbeit beim Jugendamt, das auch das Musical finanziert hat:

Schulsozialarbeit: Effektive Prävention und Intervention!
„Die Schulsozialarbeit stellt eine echte Inhouse-Lösung dar. Die Schulsozialarbeiter fangen auf, schlichten, beraten und unterstützen - sowohl die Kinder als auch die Eltern und Lehrer. In Krisenfällen geht man zuerst zu ihnen. Das ist die perfekte Verzahnung von Prävention und Intervention, denn schließlich sollen richtige `Brände´ erst gar nicht aufkommen.“

Wie sieht das in der Praxis aus? Beispiel Grundschule Kunterbunt in Hamborn:
Seit drei Jahren existiert hier die Musical-AG und das dynamische Duo Sarah Anders, Musiklehrerin und Caritasfrau Janine Liebsch, Schulsozialarbeiterin, funktioniert hervorragend, wie Stefan Liebig betont:

„Das ist ein sehr komplexes Projekt, das alle Beteiligten stark fordert: Besonders vor der Aufführung sind alle aufgeregt und auch die Lehrerin hat alle Hände voll zu tun. Da ist es gut, dass da noch jemand ist, der die Ruhe bewahrt und den Kindern als Anlaufpunkt zur Verfügung steht. Und Janine Liebsch strahlt tatsächlich diese Ruhe aus und ich konnte immer wieder beobachten, wie ausgeglichen die Kinder nach einem Gespräch mit ihr zurückkommen.“

Wobei die Musical-Aufführung eigentlich nur das Sahnehäubchen des Projektes ist.
Worum es wirklich geht sind die vielen „positiven Nebenwirkungen“, die Janine Liebsch aufzählt: „In einer jahrgangsübergreifenden Gruppe von fast 30 Kindern passiert natürlich viel. Sie wachsen als Team zusammen, wobei die Größeren auf die Kleineren aufpassen und zwar über die Musical-AG hinaus. Hier entstehen echte Freundschaften und es ist schön zu sehen, wie die Schüler immer selbstbewusster werden und als Team zusammenwachsen.
Wie sie sich gegenseitig unterstützen und respektvoll miteinander umgehen. Das ist auch in den Pausen auf dem Schulhof spürbar.“

Und ganz nebenbei findet auch noch Sprachförderung statt, bekommen die Kinder Einblick in andere Kulturen und werden in ihrer Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit gestärkt.
Trotzdem freut es natürlich, dass die Aufführung ein voller Erfolg war und die kleinen Darstellerinnen und Darsteller den tosenden Applaus ihrer Mitschüler und Familien genießen konnten. Geradezu als Ritterschlag empfanden sie es, als die stellvertretende Schulleiterin Marijke Schürmann alle Protagonisten zum Dank zu einem Pizza-Essen ins Lehrerzimmer einlud. „Da brach ein Jubel aus, denn das Lehrerzimmer gilt als Heiligtum“, erinnert sich Janine Liebsch.


Große Unterstützung für Kinder, Eltern und Lehrer
Die friedliche und beschauliche Atmosphäre kommt dabei natürlich nicht von ungefähr.
Der Einsatz von flankierender Sozialer Arbeit an der Schule spielt hier eine wesentliche Rolle: Ohne sie wäre zum Beispiel auch der Fortbestand der Musical-AG schwierig, da sowohl personelle als auch finanzielle Ressourcen wegfielen. Darüber hinaus ist die Schulsozialarbeiterin Janine Liebsch auch an weiteren pädagogisch wichtigen Angeboten beteiligt, wie zum Bespiel:

„Jede Woche steht für jede Klasse eine Stunde `Soziales Lernen´ auf dem Stundenplan. Hier werden verbindliche Regeln für den Umgang miteinander besprochen und Konfliktfähigkeit aufgebaut. Die Kinder lernen, wie sie ihre Konflikte auch ohne Erwachsene lösen können und entwickeln Strategien im Umgang mit Konflikt- und Streitsituationen. Weiterhin werden Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten gestärkt und ausgebaut und das gemeinsame Miteinander wird gefördert.“

Vor diesem Hintergrund werden Kinder auch in einer entsprechenden AG zu „Streitschlichtern“ ausgebildet, die in den Pausen auf dem Schulhof unterwegs sind.

Das Fazit:
Die Lehrer werden entlastet und können sich mehr auf das Unterrichten konzentrieren. Die Schüler haben zusätzliche Ansprechpartner bei Problemen und die Eltern haben jemanden, der sie bei ihren persönlichen, familiären und schulischen Herausforderungen beraten und unterstützen kann.

Und die Schulsozialarbeiterin?
Die freut sich über die kleinen und großen Erfolge, die im (Schul-)Leben der Kinder sichtbar werden. Janine Liebsch: „Wenn Kinder im Zoo auf die Idee kommen, dass streitende Paviane wohl einen `Sozialaffen´ brauchen, dann weiß ich, dass die Kinder meine Arbeit verstehen und meine Unterstützung wertschätzen.“

Foto: privat


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