Aufarbeitungsbericht
Am 25. September 2026 wurde der Aufarbeitungsbericht „Sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt im ehemaligen Kinderdorf ‚Maria in der Drucht‘“ veröffentlicht.
Dieser beinhaltet die Ergebnisse der Archivrecherche für den Zeitraum 1946 bis 1983, der Interviewstudie mit Betroffenen und Zeitzeug*innen sowie der ergänzenden kritisch-reflexiven Analyse des bisherigen Aufarbeitungsprozesses der Caritas Duisburg im Schwerpunktzeitraum 2021 bis 2025.
Archivrecherche
Die historische Archivrecherche zur Geschichte des ehemaligen Kinderdorfs „Maria in der Drucht“ wurde im Sommer 2024 beauftragt und von Herrn Prof. Dr. Andreas Henkelmann (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Paderborn) durchgeführt. Ziel der Archivrecherche war es, die historischen Strukturen, Verantwortlichkeiten und Abläufe zwischen 1946 und 1983 wissenschaftlich aufzuarbeiten und ein möglichst umfassendes Bild der damaligen Gegebenheiten zu gewinnen.
Die Ergebnisse
Die zentralen Ergebnisse der Archivrecherche finden Sie hier.
Den vollständigen Berichtsteil zur Archivrecherche können Sie hier lesen.
Wir schlagen folgende Zitierweise vor: Henkelmann, Andreas (2026). Aufarbeitungsstudie des Caritasverbands Duisburg: Sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt im ehemaligen Kinderdorf „Maria in der Drucht“. Berichtsteil 1: Historische Analyse – Archivrecherche. Duisburg: Caritasverband Duisburg e.V.
Interviewstudie
Die Interviewstudie mit Betroffenen und Zeitzeug*innen wurde im Sommer 2025 beauftragt und von Frau Prof. Dr. Manuela Dudeck, Ärztliche Direktorin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Ulm, und ihrem Team durchgeführt.
Die Studie diente dazu, die Erfahrungen und Erlebnisse der Betroffenen strukturiert zu erfassen und fachlich einzuordnen. Gleichzeitig hat sie sichergestellt, dass die Perspektiven der Betroffenen systematisch in den Aufarbeitungsprozess eingeflossen sind und eine aktive Beteiligung der Betroffenen ermöglicht.
Die Ergebnisse
Die zentralen Ergebnisse der Interviewstudie finden Sie hier.
Den vollständigen Berichtsteil zur Interviewstudie können Sie hier lesen.
Wir schlagen folgende Zitierweise vor: Rinser, Laura, Streb, Judith & Dudeck, Manuela (2026). Aufarbeitungsstudie des Caritasverbands Duisburg: Sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt im ehemaligen Kinderdorf „Maria in der Drucht“. Berichtsteil 2: Berichte von Betroffenen und Zeitzeug*innen – Auswertung von Interviews und Aktenmaterial. Duisburg: Caritasverband Duisburg e.V.
Analyse der Aufarbeitung
Die ergänzende Analyse untersucht den bisherigen Aufarbeitungsprozess der Caritas Duisburg mit einem Schwerpunkt auf den Jahren 2021 bis 2025. Sie wurde von der Kölner Rechtsanwältin und Mediatorin Frau Dr. Bettina Janssen erstellt und analysierte insbesondere Herausforderungen und Versäumnisse im Aufarbeitungsprozess sowie den institutionellen Umgang der Caritas Duisburg mit den eingegangenen Hinweisen.
Die Ergebnisse
Die zentralen Ergebnisse der Analyse finden Sie hier.
Den vollständigen Berichtsteil zur Analyse der Aufarbeitung können Sie hier lesen.
Wir schlagen folgende Zitierweise vor: Janssen, Bettina (2026). Aufarbeitungsstudie des Caritasverbands Duisburg: Sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt im ehemaligen Kinderdorf „Maria in der Drucht“. Berichtsteil 3: Analyse des Aufarbeitungsprozesses (2021–2025). Duisburg: Caritasverband Duisburg e.V.
Caritas Duisburg übernimmt die Verantwortung
Julia Schröder, Vorständin der Caritas Duisburg, sagte anlässlich der Veröffentlichung des Aufarbeitungsberichts: „Der heute veröffentlichte Bericht dokumentiert schweres Unrecht sowie gravierende und tiefgreifende Gewalt. Die Gewalt, der Kinder und Jugendliche im ehemaligen Kinderdorf „Maria in der Drucht“ ausgesetzt waren, umfasste sowohl sexualisierte als auch körperliche und psychische Gewalt. Viele Betroffene leiden bis heute unter den körperlichen, psychischen, sozialen und finanziellen Folgen. Der Bericht dokumentiert nicht nur das Handeln einzelner beschuldigter Personen, sondern auch ein institutionelles Versagen. Eine angemessene Aufarbeitung unterblieb über einen langen Zeitraum hinweg. Ich wende mich heute ausdrücklich an Sie, die Betroffenen: Im Namen des Caritasverbandes Duisburg bitte ich Sie aufrichtig um Verzeihung. Sie haben Gewalt, Demütigung und Vernachlässigung erfahren, obwohl Sie Schutz und Fürsorge hätten erhalten müssen. Unser Verband hat Sie nicht ausreichend geschützt und unterstützt. Hinweisen wurde über Jahre hinweg nicht angemessen nachgegangen. Eine unabhängige Aufarbeitung wurde zu spät eingeleitet. Dafür tragen wir die Verantwortung.“
Verantwortung zu übernehmen bedeutet für die Caritas Duisburg, aus den dokumentierten Fehlern und dem institutionellen Versagen konkrete und überprüfbare Konsequenzen zu ziehen. Seit der Neuausrichtung des Aufarbeitungsprozesses im Frühjahr 2025 wurden erste Schritte eingeleitet, um dies umzusetzen. Dazu gehören die Überarbeitung des Schutzkonzeptes sowie Verbesserungen bei der Ablage und Dokumentation von Fällen in den Diensten und Einrichtungen des Verbandes. Auch für das St. Barbara Kinderheim und das Schifferkinderheim, die weiterhin in der Trägerschaft der Caritas Duisburg sind, wurden Aufarbeitungsprozesse eingeleitet. Der nun vorliegende Bericht ist die verbindliche Grundlage, diesen Weg konsequent fortzusetzen. Die Caritas Duisburg wird die Ergebnisse und Empfehlungen des Berichts sorgfältig auswerten, daraus konkrete Maßnahmen und Zuständigkeiten ableiten und transparent über den Stand der Umsetzung informieren.
Die Verantwortung der Caritas Duisburg endet nicht mit der Veröffentlichung dieses Berichts. Sie zeigt sich vielmehr darin, ob die Erkenntnisse dauerhaft in verbindliche Strukturen überführt und ein wirksamer Schutz für Kinder und Jugendliche gewährleistet wird.
Das gesamte Statement von Frau Schröder finden Sie hier.
Den Gesamtbericht finden Sie hier.
Die PowerPoint-Präsentation zur Veröffentlichung des Aufarbeitungsberichts zu „Maria in der Drucht“ finden Sie hier.
Die Aufzeichnung der Veranstaltung zur Veröffentlichung des Aufarbeitungsberichts zu „Maria in der Drucht“ finden Sie hier.