Schifferkinderheim – die Aufarbeitung
Die Caritas Duisburg arbeitet seit dem Frühjahr 2026 in einem strukturierten, wissenschaftlichen und extern begleiteten Prozess Hinweise auf Fälle sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt im Schifferkinderheim auf.
Anlass für die Aufarbeitung waren Informationen, die erstmals im November 2025 im Rahmen der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt im ehemaligen Kinderdorf „Maria in der Drucht“ bekannt wurden. Es kann noch nicht abgeschätzt werden, auf welchen Zeitraum sich die Aufarbeitung beziehen wird. Die bisher bekannten Hinweise beziehen sich auf Vorfälle im 20. Jahrhundert.
Das Schifferkinderheim wurde 1915 ursprünglich als Internat „St. Nikolausstiftung“ gegründet. Die Einrichtung diente für Kinder von Binnenschiffern. Das Internat befand sich ursprünglich in einem Haus direkt neben der Pfarrkirche. Im Mai 1927 zogen die Kinder in die bis heute benutzte Nikolausburg auf der Fürst-Bismarck-Straße um. Da in den 1970er- und 1980er-Jahren die Zahl an Schifferkindern deutlich zurückging, wurden zunehmend sogenannte Aussiedlerkinder aus Osteuropa aufgenommen. 1987 lebten 10 Schifferkinder und 63 Aussiedlerkinder in der Einrichtung. Im Jahr 1981 übernahm die Caritas Duisburg das Heim und wandelte die Nikolausburg im Jahr 1982 in ein Kinderheim um. 1983 eröffnete die erste Tagesgruppe und 1999 die erste Außenwohngruppe. In den folgenden Jahren wurden mehrere Tagesgruppen und weitere Angebote der Jugendhilfe entwickelt. Diese wurden teilweise in den letzten Jahren in eigene Einrichtungen überführt.
Aus dem St. Barbara Kinderheim und dem Schifferkinderheim sind drei eigenständige Einrichtungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden:
- Im Schifferkinderheim sind die Angebote im Gebäude der Nikolausburg gebündelt.
- Das Jugendhaus Philipp Neri richtet sich an Jugendliche.
- Im Kinder- und Jugendhaus St. Barbara sind die Angebote für jüngere Kinder und Jugendliche zusammengefasst.